Computeralgebra-Tagung in Kassel 2009

Die Fachgruppe Computeralgebra der GI, DMV und GAMM organisiert eine Tagung zur Forschung auf dem Gebiet der Computeralgebra. Die Tagung findet in der Zeit vom 14.-16. Mai 2009 an der Universität Kassel statt. Anmeldung eines Vortrags bis 1. März 2009 und Anmeldung ohne Vortrag bis 1. Mai 2009, Anmeldeformular pdf, html. Genaue Anschrift (Wegbeschreibung):


Universität Kassel
Fachbereich Mathematik/Informatik
Räume 1403, 1409, 2404
Heinrich-Plett-Str. 40
34132 Kassel

Die Tagung wird am 14. Mai 2009 um die Mittagszeit eröffnet (Anreisetag) und endet am 16. Mai 2009 um die Mittagszeit (Abreisetag). Ziel ist es, ein Forum zu bieten, das es erstens auch jüngeren Nachwuchswissenschaftlern ermöglicht, ihre Ergebnisse vorzustellen, andererseits aber auch einige Hauptvortragende zu gewinnen, die Übersichtsvorträge über wichtige Gebiete der Computeralgebra und über Computeralgebra-Software geben sollen.

Die Fachgruppe Computeralgebra vergibt an den besten Vortrag eines Nachwuchswissenschaftlers einen mit 500 € dotierten Nachwuchspreis. Ferner ist geplant, auf der Tagung eine Mitgliederversammlung der Fachgruppe Computeralgebra abzuhalten.

Hauptvorträge

Claus Diem (Universität Leipzig): Komplexität grundlegender algorithmischer Fragestellungen der Computeralgebra

Almar Kaid (Universität Osnabrück): Semistabile Vektorbündel und Computeralgebra

Semistabile Vektorbündel und deren Modulräume spielen eine zentrale Rolle in der algebraischen Geometrie. Durch eine bahnbrechende Arbeit von A. Langer aus dem Jahr 2004 ist derzeit insbesondere der Fall von Bündeln auf Varietäten in positiver Charakteristik ein beliebter Forschungsgegenstand. In positiver Charakteristik ergibt sich durch den Frobenius-Morphismus der Begriff der starken Semistabilität. Wir geben einen Überblick über algorithmische Methoden, die es erlauben, die Semistabilität bzw. starke Semistabilität eines gegebenen Vektorbündels zu testen. Weiter untersuchen wir gewisse Syzygienbündel auf Fermat-Kurven auf deren Stabilitätsverhalten. Hier erweist sich die Computeralgebra als äußerst hilfreich. Überdies ergeben sich mit den aufgezeigten Bündelmethoden Algorithmen zur Berechnung der Hilbert-Kunz-Funktion und des tight closures gewisser Ideale in einem zwei-dimensionalen Fermat-Hyperflächenring.

Viktor Levandovskyy ():

Thomas Markwig (TU Kaiserslautern): Methoden der Computeralgebra in der tropischen Geometrie

Die tropische Geometrie ist ein recht junges Teilgebiet der algebraischen Geometrie. Im Prozeß der Tropikalisierung werden die Lösungsmengen algebraischer Gleichungen durch stückweise lineare Objekte ersetzt, die den Einsatz neuer Methoden (etwas aus dem Bereich der diskreten Mathematik) in der algebraischen Geometrie erlauben. Insbesondere im Bereich der enumerativen Geometrie hat es in den vergangenen Jahren einige bahnbrechende Ergebnisse in diese Richtung gegeben. Ein wesentlicher Grundgedanke ist dabei, daß die stückweise linearen Objekte leichter zu handhaben sind als die nicht-linearen Ausgangsobjekte. Für viele theoretische Fragen ist dies korrekt. Wenn es aber darum geht, zu gegebenem Ideal die tropische Varietät zu berechnen, so ist das vom Rechneraufwand her sehr komplex. Es müssen in aller Regel sehr viele Gröbnerbasisberechnungen durchgeführt werden. Wir wollen in unserem Vortrag die grundlegenden Begriffe einführen und einige Algorithmen aus dem Bereich der tropischen Geometrie vorstellen.

Thomas Sturm (): Von der Computeralgebra zur Computerlogik

Das Logikpaket REDLOG des Computeralgebra-Systems REDUCE erweitert die Idee des symbolischen Rechnens von algebraischen Ausdrücken auf Formeln erster Stufe über fixierten algebraischen Bereichen. Diese umfassen derzeit komplexe Zahlen, reelle Zahlen, die lineare Theorie der ganzen Zahlen und der p-adischen Zahlen, Warteschlangen über reellen Zahlen, Differential-Algebren, Termalgebren vom Malcev-Typ und quantifizierten Aussagenkalkül. Im Gegensatz zu klassischen Theorembeweisern ist durch die Fixierung des Domains, die gesamten Palette der klassischen Computeralgebra in diesem Rahmen anwendbar. Umgekehrt ergeben sich natürliche Anwendungen der Computerlogik bei parametrischen Varianten klassischer algebraischer Probleme, wie etwas umfassenden Gröbnerbasen. Darüber zieht REDLOG zahlreiche Anwender aus anderen Gebieten der Mathematik, Informatik, Physik und Biologie an. Der Vortrag gibt einen Überblick über die existierenden Domains in Verbindung mit einer kurzen Einführung in das zentrale Konzept der effektiven Quantorenelimination. Wir stellen die REDLOG-Webseite vor, die unter anderem eine Online-Datenbank mit Literatur und Rechenbeispielen zur Verfügung stellt. Schließlich diskutieren wir laufende REDLOG-Projekte und zukünftig geplante Entwicklungen.


Gemeinsame Fachgruppe der 

Gesellschaft für Informatik
Deutsche Mathematiker-Vereinigung
Gesellschaft für Angewandte Mathematik und Mechanik
cais@gwdg.de
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